Auf hoher See

Groteske von Sławomir Mrożek

Drei Herren alleine auf einem Floß im weiten Ozean. Was nach Abenteuer und Freiheit klingt, entpuppt sich als unfreiwillige Fahrt von Schiffbrüchigen – einem Dicken, einem Mittleren und einem Schmächtigen. Doch als sei das nicht Unglück genug, plagt die drei, am Ende ihrer Vorräte angekommen, bald unerbittlicher Hunger. Also treffen sie eine folgenschwere Entscheidung: „Wir müssen essen, aber nicht etwas, sondern jemanden.“ Bloß wen? Und wie soll diese Entscheidung getroffen werden? Als zivilisierte Menschen folgen sie auch außerhalb der Hoheitsgewässer dem demokratischen Weg: Freie und geheime Wahlen sollen abgehalten werden, mit Wahlkampf und allem was dazu gehört. Reden werden gehalten, Versprechungen gemacht, taktische Tricks angewandt, um Mehrheiten zu bekommen. Aber was, wenn man nicht Teil der Mehrheit ist? Und welches Opfer ist ein Einzelner bereit zu geben, für die Mehrheit der anderen?
In seiner Parabel aus dem Jahr 1961 nimmt der polnische Schriftsteller Sławomir Mrożek (1930-2013) die Mechanismen des politischen Systems auf absurd-komische Art und Weise unter die Lupe und seziert die existentiellen Momente des Umschwungs menschlicher Freiheit in Unfreiheit.

Regie ... Eike Hannemann
Bühne & Kostüme … Birgit Stoessel
Dramaturgie … Udo Eidinger

Spielort

Garage

Premiere: 25.04.2020