BAYERISCHE ERKLÄRUNG DER VIELEN

Seitdem sich das Bündnis DIE VIELEN mit der Berliner Erklärung der Kunst- und Kulturschaffenden vom November 2018 für eine Solidarisierung mit denjenigen ausgesprochen hat, die von rechter Hetze bedroht und in ihrer Arbeit behindert werden, hat es in vielen Städten und Bundesländern weitere Erklärungen der VIELEN gegeben. Auch in Bayern haben sich Kultureinrichtungen den VIELEN angeschlossen und eine Bayerische Erklärung zu verabschiedet. Auch das Theater Erlangen ist dabei!

BAYERISCHE ERKLÄRUNG DER VIELEN

KUNST SCHAFFT EINEN RAUM ZUR VERÄNDERUNG DER WELT

Heute begreifen wir Kunst und ihre verschiedenen Einrichtungen wie Museen, Theater, Konzerthäuser, Clubs in urbanen oder ländlichen Räumen als Orte, die Vielen gehören, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung.

Die Versammlung heterogener Individuen bereichert unsere plurale Gesellschaft. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander.

SOLIDARITÄT STATT PRIVILEGIEN. ES GEHT UM ALLE. DIE KUNST BLEIBT FREI!

Unsere Demokratie muss in diesem Sinne täglich neu verhandelt werden. Die Voraussetzung hierfür: es geht stets um Alle, um jeden Einzelnen als Abbild der vielen Möglichkeiten.

Rechter Populismus steht Akteuren einer solchen gesellschaftlichen Vision feindlich gegenüber, wenn er Veranstaltungen stört oder behindert, versucht in Spielpläne oder Programme einzugreifen, gegen die Freiheit der Kunst polemisierend antritt und an einer Renationalisierung der Kultur arbeitet.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Teil der alltäglichen Erfahrungen. Verächtlicher Umgang mit der Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft, mit Menschen auf der Flucht, die unsere Hilfe benötigen, mit Künstler*innen, die versuchen, die Phänomene ihrer Zeit aufzuzeigen, kann nicht geduldet werden.

Dieses Bündnis will nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen sich diesen Phänomenen entgegenstellen und sich für die Freiheit der Menschen, des Denkens und insbesondere für die Freiheit der Kunst stark machen.

Wir, die Unterzeichnenden der Bayerischen Kunst-, Kultur- und Theatereinrichtungen und Interessensverbände, bekennen uns zur Vielfältigkeit unserer Gesellschaft und leben diese in unseren Institutionen.

Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen einen offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechtspopulistische Strategien. Sie gestalten diesen Dialog sowohl mit den Mitwirkenden, als auch mit ihrem Publikum, in der Überzeugung, dass sie als beteiligte Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft in einem demokratischen Sinne fortzuentwickeln.

  • Die Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die Versuche ab, Kulturveranstaltungen für rechtsnationale Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch mit all den Menschen, die durch rechte Ideologien an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen.