Regieassistenz

Wann habt ihr zum ersten Mal mit einer Produktion zu tun?
Auf der Bauprobe oder der Konzeptionsprobe, wo wir das Regieteam kennenlernen. Gegebenenfalls lesen wir schon vorher den Text oder die Fassung, die uns die Dramaturgie gibt, und erstellen ein Szenario.

Wann habt ihr zum letzten Mal mit einer Produktion zu tun?
Wie eigentlich die meisten: Bei der Dernière, das ist die letzte Aufführung. Wir begleiten jede Vorstellung als Abendspielleitung und geben den Spieler*innen hinterher Feedback – nach der letzten Vorstellung aber nicht mehr. Da wird gefeiert.

Typische Begriffe oder geflügelte Worte, die ihr verwendet:
„Regiebuch“: Hier sind neben der Stückfassung alle Licht-, Video- und Tonstichworte, technische Vorgänge, sowie Auf- und Abgänge der Schauspielerinnen vermerkt.
„WA“: Das sind die Wiederaufnahmen von Inszenierungen, die über einen Monat „lagen“ – also nicht gespielt wurden. Diese Wiederaufnahmeprobe(n) betreuen wir. Mithilfe des Regiebuchs und unserer Notizen können wir sicherstellen, dass die Produktion weiterhin den Wünschen des/der Regisseur
in entspricht.
„Soufflage“ – oft soufflieren Assistentinnen hier auch. Das heißt, dass wir während des Stückes auf der Nebenbühne oder im Publikum sitzen, den Text mitlesen und bei Bedarf den Schauspielerinnen ein Stichwort geben können.

Was kann in eurem Bereich schiefgehen?
Da wir alles rund um die Proben und Aufführungen für die Schauspieler*innen organisieren, sind wir eigentlich immer involviert, wenn irgendwo etwas nicht nach Plan läuft. Kann dann schon mal passieren, dass wir einspringen oder kurz vor einer Vorstellung schnell etwas umstellen müssen. Theater lebt immer im Moment und ist unberechenbar.
Bei der Panopticon-Premiere ist am ersten Abend unserer 3-tägigen Performance der Instagram-Server weltweit ausgefallen. Ganze 45 Minuten haben wir gebangt, bevor endlich wieder alles funktioniert hat. Bei einer anderen Produktion waren durch kurzfristige Änderungen Zuständigkeitsbereiche nicht gänzlich geklärt, was dazu führte, dass plötzlich ein nicht ganz unwichtiger Stuhl auf der Bühne fehlte.

Einem Spieler fiel dieser Umstand ziemlich früh auf. So konnte er sich unauffällig von der Bühne spielen und den Stuhl holen.

Was war eine der letzten herausragenden Inszenierungen für eure Abteilung?
Die digitale Produktion Panopticon war eine große Herausforderung und eine große Bereicherung. Es kamen völlig neue Aufgaben dazu, die alle parallel gebündelt und bearbeitet werden mussten. In der Spielzeit 2018/19 war Farm der Tiere als Live-Kamera-Inszenierung eine völlig neue Erfahrung. Die Proben bestanden darin, live Bilder zu erzeugen. Aber die Bilder mussten auch komplett von den Spieler*innen hergestellt werden. Und da die Beleuchtung häufig nur aus farbigen Taschenlampen bestand, war es auf der Probebühne fast gänzlich dunkel. Auch die Produktion Bartholomäusnacht war insofern aufregend, als dass es sich bei der Produktion eher um eine theatrale Installation als um eine „gewöhnliche“ Inszenierung handelte. Video, Licht und Ton waren sehr sehr kleinteilig aufeinander und auf die Vorgänge auf der Bühne abgestimmt, weswegen in Proben entweder alles oder nichts funktionierte.

Gibt es Aufgaben, die ihr gerne an die Heinzelmännchen abtreten würdet?
Kaffeekasse machen, Kaffee kaufen und Kaffee kochen. Oder „Botengänge“ wie Kopien machen. Und manchmal die Erstellung von Proben- bzw. Tagesplänen.

Und welche Aufgaben würdet ihr euch auf keinen Fall nehmen lassen?
Den kompletten Probenprozess, das Zusammenarbeiten des gesamten Teams, die Entstehung einer Inszenierung, sich als Gemeinschaft zusammenzuschmeißen, das Auf und Ab während der Arbeit und schließlich das gemeinsam geschaffene Ergebnis einer Inszenierung, ebenso wie den weiteren Vorstellungsverlauf. Das alles macht unseren Beruf und unser Arbeitsfeld aus.

Wie viele Dienstjahre am Theater Erlangen zählt eure Abteilung insgesamt?
2 Jahre

Wie viele Dienstjahre am Theater zählt eure Abteilung insgesamt?
6 Jahre