Volksfeind for Future

nach Motiven von Henrik Ibsen von Lothar Kittstein, Textmitarbeit Volker Lösch

Ein Stück aus dem Bühnenbild Gletschrrr ersteigern Sie immer während und bis 24 Stunden nach der Vorstellung auf ebay.

Wenn doch nur alle Tage Weltklimakonferenz wäre! Selten ist sich die Weltgemeinschaft so einig darin, den Planeten vor der drohenden Klimakatastrophe zu retten, wie einmal jährlich zum Weltklimagipfel. Aber die Versprechen und finanziellen Zusagen jener Klimagipfel schmelzen ebenso rasch wie die Gletscher auf den Gipfeln des Himalaja. Prognose: Keine Änderung zum Besseren in Sicht.
Eine mittelgroße Stadt in Süddeutschland beweist nun das Gegenteil. Mit der Einweihung eines modernen Batteriezellenwerks für Elektroautos soll das örtliche marode Dieselwerk gerettet und der Klima-Aufbruch Wirklichkeit werden. Reden werden gehalten, der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz erwartet und – natürlich – den lokalen Klimaaktivisti für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Doch wie hohl klingen die Dankesworte aus dem Mund der Oberbürgermeisterin wohl in den Ohren ihrer eigenen klimabewegten Kinder? Wie viel Greenwashing der städtischen Großindustrie steckt hinter dem PR-Coup? Und kann der Alt-68er-Vater und -Ehemann mit einer Henrik Ibsens Volksfeind-Vorlage nachempfundenen Volksversammlung das versammelte Publikum wirklich zum Umdenken animieren?
Volksfeind for Future erzählt in einer musikgewaltigen Fabel mit mitreißenden Popsongs ein „Märchen von Übermorgen“, das heute längst Wirklichkeit ist. „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf unserer Weltuntergangsuhr“, weiß nicht nur die Oberbürgermeisterin im Stück. Und fährt, wie alle anderen auch, mit durchgedrücktem Gaspedal und gleichzeitig angezogener Handbremse in eine mehr als ungewisse Zukunft.
Was als große Konsensveranstaltung mit optimistischen Aufbruchsbildern beginnt, endet in einer bitterbösen Farce über unsere Gegenwart, die die eigene Komfortzone nur allzu zögerlich hinterfragt. Am Ende bleibt: Ein schmelzender Gletscher im Bühnenbild …

Das Theater Erlangen veranstaltet über die Inszenierung hinaus ein stückbegleitendes Rahmenprogramm, darunter beispielsweise die Theatergesprächsreihe Kein Theater um das Klima.
Mehr zum Thema erfahren Sie auch in unserem stückbegleitenden Newsletter, den Sie per E-Mail an dramaturgie@theater-erlangen.de abonnieren können. Viel Spaß!

Regie … Jan Langenheim
Bühne … Benjamin Schönecker
Kostüme … Nina Kroschinske
Musikalische Leitung, Komposition, Songtexte, Arrangements … Thies Mynther
Dramaturgie … Udo Eidinger

Besetzung
Bürgermeisterin … Elke Wollmann
Ehemann … Hermann Große-Berg
Tochter … Nina Lilith Völsch
Sohn … Leon Amadeus Singer
Chefredakteurin … Janina Zschernig
Geschäftsführer … Max Mehlhose-Löffler
Betriebsrat … Ralph Jung
Chor der Umweltaktivist*innen … Statist*innen (Jasmin Rogelj, Johannes Kurz, Juri Schönitz, Neo, Sabrina Wegscheider)

Die gesungenen Spielszenen wurden mit dem Ensemble des Theater Erlangen entwickelt.
Compose/Decompose-Remix ... Johannes Kurz
Querflöte ... Sabrina Wegscheider
Im Videointerview: Ali Khademolhosseini

Spielort

Markgrafentheater

Premiere: 15.01.22

Aufgrund von Krankheit im Ensemble werden die Vorstellungen am 11., 12. und 13.03. auf den 13., 14. und 15.05. verschoben werden. Kartenkäufer*innen werden von der Theaterkasse entsprechend informiert.

Dauer: zwischen 120 und 150 Min. ohne Pause
Einführung: 30 Min. vor Beginn im Foyercafé (außer bei der Premiere)

Fotos (c) Jochen Quast
Video/Trailer (c) Florian Reichart


Spendenaktion für die Luftbrücke Kabul: TU GUTES! Spende Geld!

Im Rahmen der Inszenierung findet eine Versteigerung statt, deren Erlöse an die Luftbrücke Kabul gespendet werden. Damit möchte das Theater vor allem die Befreiung der Klimaaktivist*innen, die in Afghanistan von den Taliban verfolgt werden, unterstützen. Wenn Sie außerhalb der Versteigerung ebenfalls spenden möchten, dann können Sie dies direkt über kabulluftbruecke.de tun. Vielen Dank!