Mein Vater und seine Schatten

von Martin Heckmanns

Michael Heckmanns hat knapp achtzig Jahre Leben hinter sich und verliert allmählich den Bezug zur Welt. Um die größer werdenden Gedächtnislücken zu schließen, aber auch, um ihn besser verstehen zu lernen, spielen seine drei erwachsenen Kinder und seine Enkelin Szenen aus seinem Leben nach. Seine Biografie ist eine typisch deutsche und dennoch einzigartig: Sein NS-gläubiger Vater zeugte ihn während eines Fronturlaubs und fiel bald darauf, die Restfamilie flüchtete aus Dresden. Nach Kindheit und Jugend in Bonn begann Michael sich für Kunst und Politik zu interessieren. Er wurde Aktivist und Maler, heiratete und gründete eine Familie. Er beging Fehler, hinterließ Verletzungen, war als Vater kaum da für die drei Kinder. Es entsteht der plastische Bilderbogen eines Künstlerlebens. Der Selbstverlust des Vaters ist das letzte Stadium einer lebenslangen Suche. Seine Kinder spüren der Frage nach, was einen Menschen ausmacht und was von ihm bleibt.

Regie … Katja Ott
Bühne … Bernhard Siegl
Kostüme … Monika Gora
Video … Kai Wido Meyer
Musik … Jan-S. Beyer, Jörg Wockenfuß
Dramaturgie … Linda Best

Spielort

Markgrafentheater

Premiere 30.04.22