Kleiner Mann - was nun?

Fassung von Sibylle Baschung und Michael Thalheimer nach dem Roman von Hans Fallada

„Ich bin einer von Millionen.“ Johannes Pinneberg arbeitet als Verkäufer, seine Freundin Emma ist schwanger. Zur Zeit der Weimarer Republik wird das Geld schnell knapp, und die Stellung kann jederzeit gekündigt werden. Trotz alledem zuversichtlich, heiraten die beiden. Als Pinneberg durch eine Intrige seine Arbeit verliert, zieht das Paar nach Berlin. Auch dort geht die Wohnungs- und die Arbeitssuche immer wieder von vorne los. Wie schlagen sich denn die vielen anderen durch, fragt sich Emma. Zusammenhalten müssten die „kleinen Leute“, dann wäre alles viel einfacher. Aber Solidarität lässt sich schwer einfordern und noch schwerer durchhalten von den Abgehängten: „Das Schlimme ist, dass sie eben doch nicht zusammengehören: Sie sind entweder Kommunisten oder Nazis, und so gibt es ewig Krach und Schlägerei.“ Das verliebte Paar beschließt, sich nicht entmutigen zu lassen. Schaffen sie es, ihr Glück zu verteidigen?

In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts entstand eine neue Klasse der Angestellten, die nach stetigem Aufstieg jetzt wieder zunehmend von prekären Bedingungen geprägt ist. Eine sichere Stelle, die steigende Preise und Mieten dauerhaft finanzieren kann, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Wie bei Fallada öffnet sich die Schere heute zwischen Arm und Reich immer weiter.

Thomas Krupa und sein Team schaffen bild- und klanggewaltige Erfahrungsräume, die dem Publikum das sinnliche Eintauchen ins Geschehen ermöglichen und zugleich den Blick auf gesellschaftliche Risse schärfen.

Regie & Bühne … Thomas Krupa
Musik … Hannes Strobl
Kostüme … Monika Gora
Video … Stefano di Buduo
Dramaturgie … Linda Best

Spielort

Markgrafentheater

Premiere: 20.01.23